Mi
09
Feb
2011
Hausboot auf dem Shire
Das Boot steht pünktlich für uns bereit und das regnerische Wetter hat aufgehört. Uns erwartet eine schöne Bootstour auf dem Shire.
Das Boot ist sehr geräumig, da es eigentlich für mehr Leute gedacht ist, heute gehört es uns beiden, zusammen natürlich mit der Crew. Wir beziehen unsere Kabine im Souterrain mit zwei kleinen Bullaugenfenstern und machen es uns danach auf dem obersten Deck unter dem Schattendach, mit Feldstechern bewaffnet, gemütlich. Auf dem ersten Deck, sozusagen dem Erdgeschoss, ist eine kleine Lounge, der Esstisch und die Kombüse. Frank, ein italienisch stämmiger Südafrikaner ist der Koch, Silence der Kapitän und oh Schreck Name vergessen, ein Schiffsjunge oder Matrose. Tuckernd ziehen wir vorbei an schönen Landschaften und Fischerbooten. Ich beschliesse erstmal ein Nickerchen in der Kabine zu machen bis wir den Nationalpark erreichen. Ich bin hundemüde und das tuckern der Motoren brummt mich schnell in den Schlaf. Eine gute Stunde später gehe ich wieder aufs oberste Deck und geniesse zusammen mit Nathaly die einzige Unterhaltung: die vorbeiziehende Landschaft. Tiere sehen wir vorerst nicht allzu viele, nur ein paar Wasserböcke und etliche Nilpferde. Die Nilpferde scheinen sich unschlüssig zu sein, ob sie uns nun angreifen wollen oder ob wir doch eine Spur zu gross sind für sie. Das Zweite obsiegt dann doch über ihren natürlichen aggressiven Drang, alles platt zu machen was in ihr Revier eindringt. Weiter flussaufwärts sehen wir dann noch viele Elefanten am Flussufer stehen. Hier Ankern wir dann auch für die Nacht, mitten auf dem Fluss um nicht zu sehr von den Moskitos belästigt zu werden. Frank hat lecker für uns gekocht und während wir zusammen das 3-Gang-Menu geniessen, erzählt er uns die Geschichte der Entstehung des Bootes und einiges über Malawi. Es spannend zu hören, welche Hindernisse er überwinden musste, bis das Boot endlich schwimmen durfte. Frank zieht sich bald zurück, weil er sich nicht wohl fühlt. Silence übernimmt den Part des Gastgebers, den er ausgezeichnet ausfüllt mit Geschichten aus dem Okavango und darüber, wie er seinen Namen bekommen hat. Bald ziehen wir uns in unsere kleine, aber gemütliche Kajüte zurück.
