Fr
21
Jan
2011
BBQ und Geschichten aus dem Kongo
Wir sind ganz im Nordosten von Tansania, bei Pagani am Meer und geniessen die Tage mit schreiben und lesen und Nichtstun, bevor wir den kurzen Transit durch das Land nach Malawi in Angriff nehmen.
Wir schwimmen am frühen Morgen und am Abend etwas im über 30° warmen Wasser, während dem Tag ist Ebbe und das Wasser weit draussen. Zur Abkühlung gibt es einen Pool. Heute gibt es abends ein leckeres BBQ (Grill) mit Fisch, Fleisch und Meeresfrüchte. Wir machen Bekanntschaft mit Rob, einem jungen Südafrikaner aus Kapstadt. Er ist mit seiner 990er KTM nach Schweden geflogen, vom Nordkap über Spanien die schwierige Westroute bis nach Togo gefahren und weiter südlich dann quer durch Afrika durch den Nordkongo nach Uganda, Kenia und Tansania gereist. Er war seit 19 Jahren der erste Weisse, der den Nordkongo gequert hat, seine Erlebnisse sind atemberaubend, aber er gesteht auch, nicht mal für eine Million Dollar würde er es wieder tun. Auf die Frage hin, was den die Probleme waren, meint er: Die Rebellen, die Offiziellen, die Leute, die Strassen, das Essen und das Trinkwasser. In der DR Kongo muss man sich auf AK 47 (Kalaschnikov) an der Schläfe und eine Geiselnahme gefasst machen. Er wurde schon mal eine Nacht festgehalten, da er nicht 5000 US$ Durchfahrtsgeld bezahlen konnte. Er habe einfach sein Zelt aufgespannt und angefangen, sein Essen zu kochen. Er verbrachte nach einem Unfall einen Tag im Gefängnis und musste sich gegen korrupte Beamte und gierige Rebellen zur Wehr setzen. Auf die Aufforderung „Give us money or we shoot you“, meint er „In this case you have to shoot me, as I don’t have any money“. Man müsse je nach Situation auch kreativ sein, einmal begegnet er ihnen mit der Behauptung, er arbeite für die Südafrikanische Regierung, sei gechiped und wenn er sich nicht mehr bewege, sei die südafrikanische Armee in 24 Stunden hier. Aber vor allem gilt es, cool zu bleiben und keine Angst zu zeigen. Und dies mit 25 Lenzen auf dem Buckel. Verrückt eindrücklich!
