Di
11
Jan
2011
Millionen Flamingos am Lake Bogoria
Heute wollen wir zum Lake Bogoria, um die Flamingos zu sehen.
Wir machen einen kleinen Umweg zurück über Eldoret und dann nördlich. Diese Strecke hat uns am Vorabend ein Mitarbeiter des Campings empfohlen und wir freuen uns, denn es ist eine landschaftlich traumhaft schöne Strecke über eine Gebirgslandschaft und dann tief und steil in die Ebene in den Afrikanischen Grabenbruch runter und auf der anderen Seite wieder rauf. Fotografieren kann man das fast nicht, die Weite und Tiefe kommt gar nicht zum Ausdruck. Wir halten zweimal an, um die Schönheit der Gegend zu bestaunen. Etwas später erreichen wir den Lake Bogoria National Park und wie immer gibt es kaum Infos geschweige denn einen Plan am Gate ausser, dass die heissen Quellen sehenswert seien. Die Flamingos werden mit keinem Wort erwähnt, erst bei Nachfrage erwähnt der Ranger, dass es welche habe. Später stellt sich raus, dass die heissen Quellen kaum sichtbar und nicht der Rede wert sind. Das einzige witzige Ereignis ist, dass wir drei Männer treffen, die sich zum Mittagessen Eier in dem heissen Wasser kochen. Die Flamingos sind hingegen schon von weitem sichtbar und spektakulär. Rund um den See dominieren in Ufernähe die Farben rosa und weiss. Wie im Ballet stolzieren die grazilen Vögel in Gruppen von rechts nach links und wieder zurück, Kopf erhoben oder alle die Köpfe unten, um die Nahrung aus dem Wasser zu filtern. Der Weg ist holprig, aber schön einsam, wir begegnen keinem anderen Auto. Einige Stunden und viele Fotos später fahren wir auf die schöne Campsite im dichten Wald. Es gibt zwar leider keine Seesicht, aber dafür ein Bächlein gleich am Platz. Wir richten uns ein, nehmen ein Bad im Bach, und kochen einen Teller Pasta. Gegen Abend wird es angenehm kühl, jedoch können wir fast nicht draussen sitzen, weil es eine Unmenge von Insekten hat.
Wir sitzen gemütlich im Husli und jassen einen Frisör, als wir plötzlich im Dunkeln Stimmen hören, und das abends um 21h! Wir machen das Licht aus, ich klettere nach vorne, schiebe den Vorhang ein bisschen zur Seite und spienzle durch die Windschutzscheibe. Gü stellt sich auf die Sitze hinten und schaut zum Dachseitenfenster raus. Wir sehen eine Taschenlampe im Wald scheinen. Das Licht kommt näher, immer hektisch im Wald herumgeleuchtet und die Stimme wird lauter. Etwas später hören wir ein Motorrad heranfahren. Es sind zwei Personen, der mit der Taschenlampe und der mit dem Töff. Sie treffen sich auf unserer kleinen Lichtung. Irgendetwas wird eingepackt und im Töffsattel verstaut. Gü ruft aus dem Auto „Hello!“, aber das scheinen sie gar nicht zu hören, vielleicht geht es auch in den Bachgeräuschen unter. Sie waschen sich die Hände im Bach und fahren weg. Wir bleiben im Dunkeln und in der Stille zurück. Es ist echt unheimlich, wir vermuten, dass es sich um Wilderer handelt. Wir wissen nicht, ob und wie wir schlafen sollen, ob wir alles zusammenpacken und uns bereit zur Abfahrt machen sollen, damit wir schnell wegfahren können, falls sie zurückkommen. Wir entscheiden einfach schlafen zu gehen und morgen abzureisen. Irgendwann schlafen wir trotz der Aufregung und dem unsicheren Gefühl ein. Der Rest der Nacht bleibt ruhig.
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