Fr

17

Dez

2010

Gorilla Tracking!

Fast hätten wir verschlafen, das wäre der GAU gewesen. Gorillas warten doch auf uns!

Silberrücken Nr. 1 Silberrücken Nr. 1

Wir sind viel zu früh beim Headquarter und stehen etwas rumm. Wir wissen, welche Gruppe Gorillas wir besuchen möchten, und geben dies bei der Registrierung an. Da wir die ersten sind, sollte dies kein Problem sein. Doch später erfahren wir, die gewünschte Gruppe sei schon besetzt. Obwohl das angeblich nicht geht, reservieren einige schlaue Touroperator die Gruppen im vornherein. Wir bekommen aber eine grosse Gruppe mit drei Silverbacks zugewiesen, die sich ca. eine Stunde Fussdistanz vom Ausgangspunkt aufhalten soll. In Ruanda gibt es sieben an Menschen gewöhnte Gorillagruppen von unterschiedlicher Gruppengrösse. Es dürfen maximal acht Gäste mit zwei Führern eine Gorillafamilie für eine Stunde pro Tag besuchen. Neben uns vier Schweizern sind noch zwei Amerikanerinnen und in letzter Minute kommen noch zwei australische Brüder dazu.

Das Schwierigste des ganzen Trackings ist die Fahrt zum Ausgangspunkt. Es geht sehr steil bergauf und ist extrem steinig. Beide Fahrzeuge vor uns bleiben prompt stecken, aber für unseren Landrover und den Landcruiser von Reto und Barbara stellt es kein riesiges Problem dar. Auf einer Hochebene wird geparkt und losmarschiert. Wir wandern durch einen wunderschönen Regenwald und bereits nach 20 Minuten sagt unser Führer, wir sollen nun Stöcke und Rucksäcke deponieren, da wir bald auf die Gorillas treffen werden. Nach weiteren fünf Minuten treffen wir auf die ersten gut versteckten Gorillas, mein Herz schlägt schneller und es ist sehr spannend. Wir haben sie gefunden! In einem Bogen nähern wir uns und stehen bald Auge in Auge mit einem der drei Silverbacks. Theoretisch darf man sich den Tieren auf sieben Meter nähern, doch wissen dies die Gorillas nicht. Wir sind immer wieder etwas zu nahe und unser Führer ist, glaube ich, etwas nervös. Er drängt uns immer wieder, etwas zurück zu weichen. Dies gibt eine gewisse Hektik, dafür sehen wir viele Affen. Selbst die Kleinen zeigen sich und wir sehen auch eine Mutter mit einem Neugeborenen und alle drei Silverbacks. Es ist fantastisch und wir fotografieren wie verrückt. Leider vergeht die erlaubte Stunde viel zu schnell und durch das etwas hektische Umherrennen unsererseits ergibt sich keine Diane Fossey Stimmung. Zugegeben, wir hatten etwas „Gorillas in the Mist“ erwartet. Trotzdem war es ein fantastisches Erlebnis. Die Rückwanderung ist leider noch kürzer, wir wären gerne noch etwas länger durch den Wald gewandert. Auch die Talfahrt klappt ohne Probleme und schon ist das fast fieberhaft erwartete Erlebnis Vergangenheit. Zurück bleiben viele schöne Fotos und Erinnerungen.

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