Do

25

Nov

2010

Spice Tour auf Sansibar

Sansibar ist berühmt für seine Gewürze und heute machen wir eine Spice Tour, um diese zu entdecken.

Zuerst geht es zu einem Sultanspalast, wo der Omanische Sultan seinen Harem gehalten hat. Das eindrücklichste war, dass er 5 Toiletten hatte, gemäss Führer für jeden Tag eine. Wir haben nicht ganz begriffen warum dann fünf und nicht sieben, na ja, afrikanische Logik. Vom Palast war nicht mehr viel übrig ausser ein paar Stützen und fünf Zimmern mit „ensuite“ WC für die ausgewählten Damen, vielleicht auch für jeden Tag eine?

Der zweite Stopp ist ein Wochenend-Hamam von der Prinzessin von Oman, die hier ab und an mit Gästen war. Der Hamam ist eine kleine Kopie eines Omanischen Hamams, ihr Sultan war wohl etwas zu geizig einen richtig grossen zu bauen. Einige Räume waren beeindruckender als der Harem, mit Stuckwänden und –decken.

Nun gehts zum eigentlichen Kernpunkt der Exkursion: wir besichtigen eine Gewürzfarm, allerdings ist diese nur zu Demonstrationszwecken und für Eigenbedarf aktiv. Sansibar war ja einst die Gewürzinsel überhaupt und der ganze Reichtum basierte auf der Gewürznelkenproduktion. Heutzutage produzieren die Asiaten viel günstiger und ich vermute auch viel produktiver als hier in Afrika. Es ist unglaublich, was hier auf der Insel alles wächst. Alle exotischen Gewürze und Früchte, wild durcheinander, von Nelken über Zimt bis zu Vanille, von Ananas über Giantfruit und Bananen zu Mangos. Es ist extrem lehrreich und auch für uns Nichtbotaniker super interessant zu sehen, wie diese Gewürze wachsen, wie die Pflanzen aussehen, alles ist so üppig hier, und wie die Gewürze geerntet werden und für was sie gut sind. Wir werden von einem Führer durch die Farm geführt und von einem Helfer begleitet. Der Helfer flechtet (Deppen) Hüte für die Männer und Pflanzenschmuck für die Frauen, gräbt Wurzeln aus und holt die Kokosnüsse von der Palme. So richtig touristisch halt. Der Führer tut eigentlich gar nichts als uns eben über die Farm zu begleiten. Unterwegs kann man noch diverse Produkte kaufen. Sie verstehen nicht so recht, dass wir nichts kaufen wollen, es sei doch um die Gemeinde zu unterstützen, also kaufen wir halt eine Bodylotion. Danach meint der Führer die Tour sei nun zu Ende, wir könnten nun noch einige Früchte probieren und jetzt sei der richtige Augenblick für das Trinkgeld. Wir geben ihm zu viert 5 US$ für diese Stunde, was eigentlich dem Trinkgeld für einen ganzen Tag entspricht und sagen Ihm er soll es mit dem Helfer teilen. Er guckt uns ganz verstört an und meint „so wenig und auch noch teilen?“. Reto versucht ihm noch zu erklären, dass wir eigentlich wissen, was ein Mensch auf Sansibar mit normaler Arbeit verdiene, aber da muss er auch schon weg, er hätte jetzt noch andere Kunden. Es ist ein typischer Fall, wie Leute vom Tourismus verdorben werden. Wir lassen uns den Tag nicht verderben und dürfen zusammen mit vier Locals noch alle möglichen Früchte probieren. Der Helfer, der die Früchte schneidet, kriegt auch noch ein kleines Trinkgeld und ist darüber sichtbar glücklich. --> Zu den Fotos

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