Mo
08
Nov
2010
Another tough road zum Paradies am Tanganika See
Wir verlassen die Kapishya Hot Springs ungern, aber es zieht uns doch weiter. Unser Ziel - entweder die Lumangwe Falls (260 km) oder Ndole Bay am Tanganika See (310 km) - wird sich an der Abzweigung nach 165 km zeigen wir entscheiden dann spontan.
Wir rechnen mit maximalen 40 km pro Stunde, da der ganze Weg Schotterpiste zu sein scheint. Wir hatten recht, wir erzielen knapp 39 kmh im Durchschnitt und erreichen fast ohne Pause unser gewähltes Ziel, Ndole Bay, nach 9 harten Stunden. Wir fahren durch endlose Miombowälder, einige namenlose Dörfer lockern unsere Fahrt auf. CD oder gar Hörspiele kann man nicht hören, da die Strasse und unser Fahrzeug zu laut ist. Wir werden durch die steinige Piste regelrecht weichgeklopft. Irgendwo im Nowhere kaufen wir ein paar Mangos von einem älteren Mann. Im Hintergrund kreischt eine Frau vor Vergnügen. Wir erhalten sieben kleine Mangos für 500 Kwatcha was etwa 12 Rappen entspricht. Das Vergnügen war mehr wert. Nach ein paar Minuten nähern sich zahlreiche Kinder und bestaunen unsere Kommunikationsfähigkeiten, niemand hier spricht Englisch. Als ich das Fahrzeug starte, machen alle einen Satz beiseite, wie eine erschreckte Herde Antilopen. Nach etwa acht Stunden passieren wir das Gate zum Shumbu Nationalpark, etwas Paperwork, sonst nichts. Kurz darauf sehen wir den dunklen schon fast bedrohlich wirkenden Tanganikasee in der Ferne liegen. Die letzten Kilometer wird die Strasse tatsächlich noch schlechter. Wir erreichen die Lodge und Craig, der Besitzer, empfängt uns auch sogleich herzlich. Der Campingplatz liegt gleich neben der Lodge und auch hier darf man auch als Camper die Lodge Facilities benutzen. Wir sind die einzigen Gäste in Lodge und Camping. Kein Wunder, bei dieser Zufahrt. Wir haben Strand und See für uns alleine. Einzige Schwierigkeit: ich komme im Tiefsand nicht auf die leichte erhöhte Düne damit wir mit Aussicht auf den See campen können.
Wir schlafen erst mal herrlich aus. Früh um 7h lassen wir etwas Luft aus den Reifen und da am Morgen der Sand noch etwas feucht und hart ist, schaffen wir es diesmal auf die Düne.
Nun geniessen wir den Morgentee am Sandstrand mit herrlicher Aussicht auf den Tanganikasee, der wie ein Meer vor uns liegt. Links in der Ferne sehen wir die DR Kongo und rechts Tansania. Nach dem Tee erforschen wir die Unterwasserwelt des Sees. Vorgelagert ist im hüfttiefen Wasser ein Hausriff, welches diverse kleine bunte Barsche beherbergt. Es ist wie Schnorcheln im Süsswasseraquarium. Wir lassen uns auf unserer Schwimmnudel im Wasser treiben, immer wieder entdeckt man einen neuen Fisch. Für mich als Schnorchelanfänger ein Paradies ohne den lästigen Salzgeschmack des Meeres. Wir fronen endlich mal dem Nichtstun unter einem Strohdach-Holzdeck am Wasser. Es gibt einen frühen Sundowner, Gin Tonic und Pimms Tonic und lassen uns danach auch noch mit einem Candlelightdinner verwöhnen. Hier einen kleinen Einblick ins Paradies.
