Fr

01

Okt

2010

Nachtgeräusche

Wir sind mässig gelaunt, wir sind froh, dass wir heute raus fahren aus Vic Falls.

Ein kurzer, magerer Einkauf im Spar, dann buchen wir im Wildlife Office unsere Übernachtungen im Hwange National Park. Wir werden von einer supernetten, kompetenten und fröhlichen Beraterin bedient, die alles für uns telefonisch im Hauptbüro Harare bucht. Wir entscheiden, uns etwas Schönes zu leisten, an Gü’s Geburtstag wollen wir für zwei Nächte ein eigenes Camp am schönen Deteema Dam, juhui, und später zwei Nächte im Osten des Parks verbringen. Da es nicht nahtlos geht, schauen wir mal wo wir die drei Nächte dazwischen nächtigen können. Raus aus der Stadt und rein in die Natur. Die Hinfahrt zum Robins Camp ist beschwerlich. Nach langer Wellblechstrecke werden wir hier freundlich empfangen. Da es auf der Toilette viele Moskitos hat, entscheiden wir uns weiterzufahren. Auf der Fahrt sehen wir ein paar Zebras, Kudus und Impalas. Der Detema Dam ist wie erwartet besetzt, wir nehmen Platz auf der Picnic Site, wie uns der Ranger empfohlen hat. Die beiden Warden begrüssen uns freundlich, offerieren Wäsche waschen, Geschirr abwaschen und Holz, wenn gewünscht. Wir haben eine schöne Aussicht, aber den Dam sehen wir nicht. Wir wollen die beiden Warden zum Essen einladen und kochen abends leckere Älplermakronen für vier Personen. Leider sind die Beiden bereits still verschwunden, na ja, dann reichts für morgen.

Kaum hat es eingedunkelt beginnen die Geräusche der Nacht um uns herum. Knacken, schnauben, scharren. Wir ziehen uns ins Auto zurück, legen uns ins Dachbett und lauschen. Die Zirkaden zirpen ihr Nachtlied, während die Elefanten in der undurchdringbaren Dunkelheit plantschen und mantschen. Das tiefbassige Brummen ist mehr zu spüren wie zu hören. Ab und zu ein lautes heiseres Trompeten. Man hat das Gefühl, die Elefanten stehen neben dem Auto, in Realität sind es doch 50 – 100m Entfernung. Etwas später beginnt der „Gesang der Löwen“. Ihr Brüllen ist weitherum hörbar. Es müssen mindestens drei sein, manchmal sogar gleichzeitig. So intensiv und ausdauernd haben wir die Löwen noch nie brüllen gehört. Wir sind froh im Auto zu schlafen. Nochmals später in der Nacht stimmt auch noch eine Hyäne ins Nachtlied ein. Ihr aufsteigendes langgezogenes yeeoohh ist eines unserer Lieblingsgeräusche.

 

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