Mi

22

Sep

2010

Abendlicher Elefantenbesuch

Unser heutige Weg führt uns nach Katima Mulilo.

Hier tanken wir und trotz vorgängiger mehrmaliger Nachfrage, ob sie Visa Card akzeptieren, will der Chef als es ans Zahlen geht unsere Visa Card nicht annehmen. Nach einer kleinen Diskussion vertraut er uns und wir fahren zur Bank um Bargeld zu holen. Nachdem wir unsere Rechnung bezahlt haben, stocken wir unsere Lebensmittel im Pick n Pay auf und fahren zu einer Metzgerei. Hier kaufen wir ein Rindsfilet und Game (Wild). Beides zusammen 1,1 kg für umgerechnet 16 CHF. Salambala liegt etwa 40 km südlich in einem Wald. Jetzt, Ende der Trockenzeit sieht er aus wie ein Laubwald im Winter, kahl und vertrocknet. Unser Stellplatz hat ein Toilettenhäuschen, eine Aussendusche mit Heisswasser auf Anfrage und einem Küchenlapa, d.h. einem offenen Strohdachhäuschen mit Abwaschgelegenheit.

Nachdem wir uns eingerichtet haben und das hauseigene Wasserloch erkundet haben, bekommen wir Besuch. Sonja und Josef, Frühpensionäre aus der Schweiz, welche ihren Toyota Hilux in Windhoek stationiert haben und nun 2x jährlich für zwei Monate im südlichen Afrika herumfahren.

Nach einer heissen Dusche geht’s zum privaten Sundowner ans Wasserloch. Der Hide ist ziemlich wackelig und so mit Schilf geschützt, dass Nathaly nichts sehen kann. Wir setzen uns unter den Hide, trinken das Bier und warten, aber ausser ein paar Warzenschweinen zeigt sich niemand. In unmittelbarer Nähe hängt eine Traube Bienen. Als sich diese Traube mit einem Schlag auflöst und die Bienen mit lautem Gesumme umherschwirren flüchten wir. Wir kennen ja mittlerweile die aggressiven afrikanischen Bienen.

Zum Abendessen gibt es Wild mit sautierten Steinpilzen, dazu gibt’s Folienkartoffeln und Folienrüben, sehr lecker. Während des Essens werden wir von zwei neugierigen Bushbabies (kleine Affen) beäugt. Wenn wir mit unseren Headlamps in die Bäume scheinen, leuchten ihre grossen Augen wie Reflektoren. Die Äffchen selber sehen wir nicht im Dunkeln. Nur ihre Augenpaare hüpfen von Baum zu Baum.

Kurz vor neun Uhr abends höre ich ein Knacken im Wald. Nathaly sagt „Ellies“ und ich sage „lass uns ins Auto gehen“. Nathaly räumt noch das Wichtigste weg, holt die Petroleumlampe am anderen Ende unseres Platzes und dann sitzen wir gespannt im Auto. Wir können nichts sehen obwohl der Vollmond den Wald beleuchtet. Ab und zu hören wir einen Ast knacken und siehe da nach ein paar Minuten erspähen wir einen schwarzen Schatten im Wald. Es ist ein riesiger Elefant, der auf uns zukommt. Kurz darauf folgt ein etwas kleinerer und später sehen wir eine Gruppe von etwa acht Elefanten inklusive einem Baby. Die Elefanten fressen keine 5m von unserem Auto entfernt Grass und brechen Äste von den Bäumen. Uns stockt der Atem, es wirkt ziemlich bedrohlich in der Nacht. Das Knacken ist laut und wir sitzen wir in einer Konservendose gefangen. Wir wagen es kaum zu sprechen und bewegen uns auch nicht. Ab und an äugen wir aus den Fenstern, doch wenn wir uns bewegen oder bei kleinsten Geräuschen unterbrechen die Elefanten ihr Fressen und gucken uns an. Wir beten und warten. Nach eineinhalb Stunden ist der Spuck vorbei. Die riesige Leitkuh geht in den Wald zurück, innerhalb von Sekunden ist das grosse Tier von der Dunkelheit verschluckt. Die andern folgen wie auf ein unhörbares Kommando und schon ist es wieder ruhig.

 

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