Fr
09
Jul
2010
Ausreise nach Mozambique
Wir sind etwas aufgeregt, heute geht es nach Mozambique. Wir haben so viel Schönes aber auch Beängstigendes über Moz, wie es die Südafrikaner nennen, gehört.
Nur die meisten Südafrikaner gehen vollbepackt mit Südafrikanischem Food, Benzin und Wasser nach Mozambique in eine südafrikanische Lodge. Sie sind deshalb bei ihren Nachbarn nicht sehr beliebt. Man hat uns gesagt, dass man an der Grenze gefilzt wird und oft die Lebensmittel abgeben muss. Ebenso seien die Geschwindigkeitskontrollen sehr strickt und die Bussen sehr hoch.
Schon bald sind wir am Grenzposten zwischen Krüger und Mozambique. Das Abmelden in Südafrika dauert nur 15 Minuten. Komischerweise fragt uns der südafrikanische Zöllner ob wir etwas zu verzollen hätten. Als ich verneine schaut er mich komisch an und fragt ob wir keine Mobilephones or Cameras hätten. Nathaly übergibt im unsere Zollliste. Dies schockiert ihn und er meint „ this is not a list, this is a book“, und plötzlich hat er keine Lust mehr uns zu kontrollieren. Er legt seinen scharfen Ton ab und wir halten einen Schwatz über Fussball. Nathaly unterhält sich mit seinem Chef und dann geht’s 100 m weiter zum mosambikanischen Zoll. Wir müssen zuerst ein Formular zu unserer Person ausfüllen und das Carnet de Passage für das Auto wird nach etwas Erstaunen, dass es kein südafrikanisches Nummernschild hat, ohne weiteres abgestempelt. Als uns der nette aber etwas „alteschule“ Zöllner nach unserem Visa fragt und wir verneinen, guckt er uns verdutzt an und wirkt etwas nervös. Nach einem weiteren Formular und einer etwas wirren Diskussion auf Portugiesisch erhalten wir ohne Probleme das Visa für 30 Tage. Wir hätten gerne ein Re-Entry-Visa für 90 Tage gehabt aber dies gibt’s offensichtlich nur in den Provinzhauptstädten. In der Zwischenzeit hat der „Autozöllner“ unser Fahrzeug ins grosse Buch eingetragen. Ich habe die Parc-entry-fee von 25 US$ an einem weiteren Schalter bezahlt, da wir ja durch den mosambikanischen Teil des Limpopo Transfrontier Park fahren. Das Visum kostet nochmals je 30 $ und dann können wir losfahren. Keine Kontrolle, keine Schikanen, nur ein bisschen nettes Plaudern in einem Mix aus spanisch, englisch, portugiesisch Kauderwelsch. Im gleichen Raum haben wir ein paar Südafrikaner beobachtet, welche aus Moz ausreisen. Kein „guten Tag“, ausfüllen der Formulare, hinschmeissen der Pässe, kein Danke, kein „Auf Wiedersehen“. Es wirkt auf uns überraschend arrogant, hatten wir doch bisher die Südafrikaner in ihrem eigenen Land als ruppige aber durchaus sehr freundliche Leute kennengelernt.
