Di
20
Jul
2010
Ergebnisloser Visum-Run
Die letzten Tage haben wir den Strand, das Meer, die Gesellschaft von Reto und Barbara und das Nichts-Tun genossen. Heute wollen Gü und ich nach Maxixe, um das Visum auf drei Monate zu verlängern und dann weiter nach Morrungulo auf den Camping, von dem wir viel Gutes gehört haben, dort wollen wir uns wieder mit Reto und Barbara treffen.
Nach mehreren Runden durch das Zentrum von Maxixe finden wir die Migraçao, die Einwanderungsbehörde, welche für die Visa zuständig ist. Es gibt zwei Schalter, einer verglast und einer nicht. Zwei Beamtinnen sitzen dahinter und sind sehr beschäftigt. Im winzigen Vorraum stehen und sitzen etwa 8 Personen und scheinen zu warten. Wir fragen erst die Frau hinter dem Glas in unserem Portuspanglisch (Kauderwelsch in Portugiesisch-Spanisch-Englisch), sie gibt uns zwei verschiedene Formulare, die es auszufüllen gilt. Das machen wir brav und stehen wieder bei der Frau hinter Glas an. Sie verweist mürrisch und ohne Worte auf die Dame neben ihr. Wir stehen an. Dann sind wir zuvorderst, sie ist aber mit Formularverarbeitung beschäftigt, wir warten. Sie nimmt die Formulare entgegen und stellt verschiedene Quittungen aus, die sie dann an unsere Formulare heftet, uns in die Hand drückt, und wiederum mürrisch und stumm auf die Frau hinter Glas verweist. Wir stehen an, warten. Sie verlangt nach unseren Pässen und prüft die Angaben auf den Formularen. Es kostet 800 Metecais, ca. 30 Franken, die wir gleich bezahlen. Sie knurrt uns an, irgendwas „fecho“ und entlässt uns, indem sie uns ignoriert. Wir stellen uns zu den anderen Wartenden an die Wand. Nach 10 Minuten faucht sie uns auf portugiesisch an, wir verstehen kein Wort. Ein netter junger Mann erklärt uns auf Englisch, dass sie fragt, was wir hier noch machen. Er agiert als Übersetzer. Wir erwidern, dass wir auf die Visa warten. Sie meint, die sind am Freitag bereit – heute ist Dienstag! Wir erklären, dass wir sie heute brauchen, weil wir weiterreisen und nicht 4 Tage warten können. Sie meint, es stehe schliesslich auf der Quittung – tja, auf portugiesisch. Für sie ist es erledigt, sie wendet sich dem intensiven Ignorieren zu, wir beschliessen, was trinken zu gehen und zu besprechen, war wir nun tun. Nach einer Cola sind wir uns einig: wir wollen erstens unsere Pässe wieder haben und zweitens nicht vier Tage lang auf ein Visum warten, das in 30 Minuten ausgestellt ist. Andere Länder, andere Sitten. Also marschieren wir zurück zu der liebenswürdigen Dame am Schalter und fragen auf Englisch nach, ob es nicht möglich sei, das Visum früher zu bekommen. Hier rede man Portugiesisch, ist ihre Antwort. Wir erwidern, dass wir kein Portugiesisch können und bleiben einfach stehen. Sie bleibt eine Weile sitzen. Beide Seiten warten. Dann plötzlich kommt Bewegung ins Spiel. Sie knurrt ihre Kollegin an, diese verschwindet nach hinten und kommt einige Minuten später mit einem jungen Mann im Anzug zurück. Er fragt uns sehr freundlich und in Englisch, was er für uns tun kann. Wir erklären die Situation. Er meint, er werde sehen, ob er was machen kann und verschwindet mit unseren Unterlagen nach hinten. Kurz darauf kommt er zurück: Leider gehe es so lange, da ist nichts zu machen, es tue ihm sehr leid. So werden unsere Visa also nicht verlängert, wir bitten um unsere Pässe und das Geld. Er gibt den Damen entsprechende Anweisungen, wir bedanken uns für seine Unterstützung und nach etwa 10 Minuten weiterer Quittungserstellung, Knurren und bösen Blicken haben wir unsere Pässe und das Geld minus 50 Metecais Administrationsgebühren wieder. Wir ändern unseren Reiseplan, das ist das Schöne an unserer Reise. Nun fahren wir wohl durch Zimbabwe nach Botswana, auch schön.
