So
11
Jul
2010
Whale watching
Ich wache auf und es ist hell – oh nein, haben wir den Sonnenaufgang verpasst?
Ich schlüpfe aus dem Bett und warte ungeduldig bis Gü aus dem Bad kommt. Es ist kurz nach 6h, die Sonne kann noch nicht soweit sein. Wir ziehen uns eilig an, schnappen Kamera, Gucker und Teeflasche und hüpfen auf dem steilen Sandweg ans Meer runter. Ja, wir sind endlich am Meer, genauer in Chidenguele, nordwestlich von Xai-Xai.
Die Sonne lässt sich Zeit, ich bin sehr erleichtert. Wir geniessen das Meer in Farbe, Ton und Bewegung und den Himmel, der jede Minute seine Tönung ändert von blau zu violette über orange wieder zurück zu blassblau. Die Küste ist südlicher ausgerichtet, als wir dachten, die Sonne geht über dem Landzipfel am Horizont auf, aber das tut dem schönen Moment keinen Abbruch. Die Farben sind spektakulär, besonders neben der Sonne tauchen alle Farben (ausser grün) gleichzeitig den Himmel in ein buntes Schauspiel, durch den Feldstecher noch verstärkt. Unsere Schatten am Strand gleichen Giacometti Figuren, unendlich lang und schmal.
Nach ein paar Tassen Tee am Strand wird es kühler, wie immer in der ersten Stunde, nachdem die Sonne aufgegangen ist. Wir stapfen den steilen Hang hoch zum Bungalow, ziehen unsere Pullover unter die Jacke und setzen uns an die wärmende Sonne auf die kleine Terrasse. Kaum hingesetzt sehen wir von blossem Auge einen Wal aus dem Meer einen grossen Sprung machen. Die nächste Stunde sitzen wir mit den Feldstechern auf der Terrasse und staunen über die rege Aktivität im Meer. Manchmal sieht man sie schnauben, dann wieder schlägt einer mit der Schwanzflosse mehrmals aufs Wasser, dann fabriziert einer einen geschraubten Sprung und zeigt uns seinen Bauch. Wir können gleichzeitig drei oder vier Wale sehen und wissen gar nicht, wo wir hinschauen sollen, so viel ist los. Wir hatten uns auf das Meer sehr gefreut, aber das hatten wir nicht erwartet. Und da sitzen wir überglücklich und aufgeregt darüber, was uns Schönes geboten wird.
