Mi

07

Jul

2010

Lion Pride at dawn

Was für ein Morgen! Punkt sechs verlassen wir Skukuza in Richtung Osten. Wir haben unsere Route bestimmt und fahren fröhlich los. Eine Stunde später ist es soweit: wir finden unsere Löwen!

Löwenpaar frühmorgens Löwenpaar frühmorgens

Ein mächtiges Löwenmännchen und ein Weibchen liegen auf der Teerstrasse und schlafen. Vor uns sind zwei Autos, wir halten rechts hinter ihnen, um eine gute Sicht zu haben. Während wir uns riesig freuen, schaue ich Gü an und sehe an ihm vorbei zwei Löwenbabies spielen, ca. 20 Meter entfernt von der Strasse weg, genau auf unserer Höhe, was für eine unglaublich schöne Situation und wir haben Pole Position! Die beiden Löwenbabies stolpern und rennen hintereinander her, tollen herum, kugeln übereinander, rutschen den kleinen Hügelhang runter und sind einfach umwerfend. Nach 5 Minuten ziehen sie sich leider in den Wald zurück und wir konzentrieren uns wieder auf die beiden Erwachsenen, die es sich in der Zwischenzeit am Strassenrand bequem gemacht haben. Einer nach dem anderen fahren wir näher an das Löwenpaar ran und ich mache eine Million Nahaufnahmen, oder so. Wir stehen direkt vor den beiden, etwa 5 Meter von ihnen entfernt. Und tatsächlich fährt ein Auto zwischen uns und dem Löwenpaar durch, der Löwe erschrickt und brüllt das Auto an, direkt vor unserer Nase! So ein Trottel, dieser Autofahrer, kein Meter Distanz hat er zu dem Löwen. Gü und ich erschrecken auch und bewegen uns eine Weile keinen Millimeter, denn der Löwenmann schaut uns finster an. Wir haben damit nichts zu tun! Irgendwann können wir uns losreissen und überlassen unseren Platz dem nächsten Auto in der inzwischen grossen Warteschlange. Eine solche Begegnung ist jedes Mal ein Adrenalinschub und wir können unser Glück gar nicht glauben.

 

Fast ein bisschen erschöpft fahren wir weiter zu einem schönen Get-out-Point mit fantastischer Sicht auf einen Stausee. Wir essen unser spätes Frühstück, ein paar leckere Frischkäse-Honig-Brote, und bekommen auch gleich noch zwei neue Vögel zu Gesicht: der erste ist ein Grey-headed Bush Shrike, oder auch Ghost Bird, den ich schon so lange sehen wollte aber nur zu hören bekam, deshalb heisst er ja auch Ghost Bird. Der zweite ist ein wunderschöner Vogel mit rehbraunem Gefieder und unendlich langen Schwanzfedern und einem Bulbul-Kopf. Es ist der Paradise Flycatcher. Er flattert fröhlich von einem Zweig zum nächsten, sein langer Schweif elegant hinter sich her schwebend. Wir können ihm lange zusehen und entdecken auch das Weibchen, das zwar gleich aussieht, aber einen kurzen Schwanz trägt. Unterwegs sehen wir dann auch noch einen Raubvogel ein Vogelnest plündern. Nach einem Traumstart in den Tag bekommen wir auch noch eine geballte Ladung Vögel präsentiert, was für ein Glück. Doch dem ist nicht genug, ein weiteres Highlight wartet auf uns. Am frühen Nachmittag kommen wir zu einem Hide an einem Fluss. Wir geniessen gleich zu Beginn eine grosse Herde Elefanten die den Fluss überqueren. Genau vor unserem Platz liegen Nilpferde im Wasser, man sieht wie immer nur die Schnauzen oder Augen und Ohren auf der Wasseroberfläche und hört das eine oder andere Grunzen. Auf der gegenüberliegenden Flussseite liegen zwei Krokodile in der Sonne und hier und da stelzt ein Reiher oder ein Ibis durchs Wasser. Es kommt Bewegung unter die Nilpferde. Eine Gruppe von vier grossen und zwei kleinen Nilpferden marschiert gemächlich aus dem Wasser und sonnt sich schläfrig am Ufer, wie Hühner auf der Stange. Etwas später stampft ein weiteres Grüppchen raus und stellt sich unmotiviert an den Hang. Dann wird’s richtig spannend: Ein grosses Nilpferd kommt von rechts aus dem Wasser und will nach links rüber zu den anderen. Dazwischen liegt das grosse der beiden Krokodile. Wer macht da nun wem Platz? Das Nilpferd stupst das Krokodil an, die Echse bewegt sich um wenige Zentimeter. Beide warten ab. Das Nilpferd macht einen vagen Versuch in das Krokodil zu beissen, dieses öffnet den Mund. Beide warten ab. Dann geht’s zur Sache, das Nilpferd will mit weit geöffnetem Maul in das Krokodil beissen, dieses bäumt sich mit aufgerissenem Maul auf, schlängelt mit dem Körper und gleitet dann doch weg und ins Wasser. Das Nilpferd gewinnt!

 

Fotos zum Nilpferd und Krokodil Kampf und anderen Tieren im Krüger National Park findet Ihr hier.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

  • loading