Di
06
Jul
2010
Leopard zum Lunch
Wir sind geübte Einpacker geworden, um kurz vor Sonnenaufgang schnell losfahren zu können. Dies ist wichtig, denn die frühen Morgenstunden sind gerade bei der Wildtierbeobachtung unglaublich schön.
Die Tiere sind sichtbar und aktiv, bevor sie sich für die Tageshitze in den Schatten zurückziehen. Wir fahren über eine Route Richtung Skukuza Camp, welche bekannt ist für Löwen, Hyänen und Leoparden. Zu Beginn sehen wir gleich drei Nashörner, gleich neben der Strasse. Eines ist aktiv und läuft zuerst auf uns zu und dann vorbei. Die beiden anderen schlafen. Es sind riesige graue Kolosse und die winzigen Augen passen irgendwie überhaupt nicht. Der Rest der Fahrt ist fast ereignislos, wir entdecken ein paar Vögel und staunen über eine grosse Familie von Dwarf Mongouse, dicht aneinandergedrängt beim Aufwärmen auf einem Termitenhügel. Tja, zur rechten Zeit am rechten Ort, das ist das Prinzip bei der Tierbeobachtung – etwas später werden wir das noch sehr positiv erfahren.
In Skukuza müssen wir warten bis 14h, bis wir das Bungalow beziehen können. Wir setzen uns auf die Restaurantterrasse, von wo aus wir einen schönen Blick auf den davorliegenden Fluss haben. Ein Mann ruft uns „Leopard“ zu und winkt Richtung Fluss. Und tatsächlich, da kommt er von links nach rechts geschritten, langsam, umherschauend und sich nicht daran störend, dass auf unserer Seite des Flusses grosse Aufregung entsteht. Gü rennt und holt die Feldstecher, inzwischen verschwindet der Leopard in einer Vertiefung und Gü kommt zur rechten Zeit, als er wieder daraus auftaucht. Ein majestätisches Tier und dies am hellichten Tag. Wir sind überwältigt vor Glück, das erleben zu dürfen!
Etwas später geht’s auf den Afternoon Drive, wir wollen gar nicht gross rumfahren, sondern in den gleich um die Ecke liegenden Bird Hide auf Vogelpirsch gehen. Ausserhalb des Camps stehen wir im Stau. Weiter vorne haben sich etwa 50 Autos total ineinander verkeilt, keiner kann noch vor- oder rückwärts. Wir reihen uns ein und wollen geduldig warten. Wir erfahren von einem uns entgegenkommenden Auto, dass dort wohl Löwen auf der Strasse sind und deshalb soviel Wirbel ist. Na super, und immer mehr verkeilen sich in dem Autogewusel. Da somit der Weg zum Hide gesperrt ist, beschliessen wir zurück ins Camp zu fahren und das Feuer zu starten für unser Abendessen, Pouletbrust mit Kartoffeln vom Grill, herrlich!
