Mi
26
Mai
2010
Parks und wilde Tiere
Die nächsten Tage verbringen wir in und auf dem Weg zu drei National Parks.
Der Addo Elefant Park nördlich von P.E. ist unser erstes Natur Erlebnis in Südafrika. Wir sehen unsere ersten wilden Tiere wie Warzenschweine, Herden von Elefanten, Kudus und Plain Zebras.
Addo besteht aus dichtem Busch und die Tiere sind schlecht zu sehen. Trotzdem wimmelt es schon fast von Kudus, welche hier überhaupt keine Scheu zeigen, Wir kennen diese Tiere nur als ziemlich scheue Zeitgenossen und sie erschienen uns bisher fast märchenhaft mystisch. Hier im Park sind sie sehr zahlreich und nehmen kaum Notiz von den Autos. Ebenso die Elefanten. Sie sind zwar riesig und in grossen Herden unterwegs, aber wir können sehr nah an sie heranfahren. Trotzdem klopft mein Herz vor Aufregung bei unserer ersten Begegnung mit den grauen Riesen. Auch wenn diese friedlich erscheinen, sie strotzen vor purer Kraft. Erst vor zwanzig Tagen wurde der grösste Bulle durch einen jungen Herausforderer brutal getötet.
An einem frühen Morgen begegnen wir keine 200m vom Eingang entfernt einem Black Rhino (Spitzmaulnashorn), sie sind eher selten und wir sind entsprechend aufgeregt.
Auch das erste Mal Camping ist aufregend und vertraut zugleich. Die Leute um uns herum sind freundlich und ziemlich neugierig. Sie sprechen uns an, das erste Thema ist immer unser Auto, das zweite dann, dass sie so eine Reise auch gerne mal tun würden, wenn sie dann mal Zeit hätten .... Wir machen Bekanntschaft mit einem Paar aus Südafrika. Die südafrikanischen Frauen scheinen sehr bestimmt zu sein, aber nach ein paar Begegnungen kommt ihre Herzlichkeit zum Vorschein. Die Direktheit entpuppt sich als schnörkel- und floskellose Ehrlichkeit. Ebenso bestechen sie durch ihre Hilfsbereitschaft, eben ein herber Charme. Wir bekommen Tips für unsere Weiterfahrt und eine Einladung zu Übernachtung und Lamb-leg bei ihnen in Cape Town.
Auf dem Weg zum nächsten Park begegnen wir per Zufall einem Cheethah Breeding Projekt (Gepardenaufzucht). Wir können die Anlage mit den Tieren zur Zucht besichtigen und einen Serval und einen Geparden, welcher in Gefangenschaft aufgewachsen und bereits zu alt zum auswildern ist, besuchen und kraulen. Zu den kleinen Geparden darf man nicht, da diese sehr anfällig für Krankheiten sind. Zum Schluss dürfen wir in ein Gehege mit zwei Baby Löwen, welche wir auch kraulen und auf dem Schoss nehmen können. Nathaly hat ein etwas ungutes Gefühl, da man Wildtiere nicht vermenschlichen sollte. Es wird uns erklärt, dass das Streicheln der Löwen nur bis zum 4. Monat gestattet wird, da es nachher zu gefährlich ist. Im Moment brauchen die kleinen Löwen noch alle 5 Stunden die Milchfasche. Später kommen diese zwei Bruderlöwen in Kontakt mit anderen Löwen und werden dann an Private Game Reserves verkauft.
Wir lesen, dass das Aufzuchtprogramm zertifiziert ist, und es scheint uns seriös. Unser Guide Jaco macht auch einen seriösen Eindruck. Er ist sehr scheu gegenüber Menschen aber sehr herzlich zu seinen Tieren. Ich geniesse jedenfalls das einmalige Erlebnis ein Löwenbaby auf dem Schoss zu knuddeln.
Ein weiteres Naturerlebnis ist der Moutain Zebra National Park. Da wir mittlerweile stolze Besitzer einer Wild Card (Jahreseintritt in alle Südafrikanische Nationalparks) sind, ist der Eintritt für uns gratis. Es ist ein schöner ruhiger Nationalpark. Wir sehen die scheuen, seltenen und sehr schönen Mountain Zebras und drei Antilopenarten, welchen wir bisher noch nie begegnet sind: Red Hartebeest (Kuhantilope), Black Wildebeest (Weissschwanzgnu) und den Blessbock. Die Mountain Zebras haben keinen Schatten in ihren Streifen und sind von Kopf bis Fuss scharz gestreift – sie sehen toll aus. Ein weiteres Highlight sind zwei Brown Hyenas, welche wir ebenso zum erstenmal sehen. Neben den schönen Zebras und den Antilopen sehen wir frühmorgens Erdmännchen. Nachdem wir diese in Outshoorn sozusagen serviert bekamen, sehen wir diese Lieblinge Nathalys auch im Park und sogar unterwegs, wir haben inzwischen ein Meerkat geschultes Auge!
Nach zwei herrlichen Tagen in Clarens in den Bergen nördlich von Lesotho, wo wir uns ausgesprochen intensiv dem Nichts-tun widmen, geht es zum dritten Natur Park, dem kleinen Weenen Nature Reserve. Es gibt kaum Besucher, dafür einige Tiere, darunter auch zwei Breitmaulnashörner, die uns ihre riesigen Hinterteile entgegenstrecken. Wir geniessen die Nacht in einem einzelnen einsamen Häuschen mitten im Park.
Kommentare: 2
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#1
Wunderbar, was ihr alles erlebt. Auch das dolce far niente gehört dazu. Wir denken oft an euch. Papi und mami
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#2
Ohhhh, die Flauschekatzen sehen zum knuddeln aus!
